
Geschichte
Der treue Johannes
15 Min.7-9 Jahre
Das ist der Anfang der Geschichte. Die ganze Geschichte läuft in der Sonacast-App.
Die Geschichte
Einleitung
Stellt euch vor, es gab einmal einen Prinzen, der einen ganz besonderen Freund hatte: den treuen Johannes. Johannes war immer da, um dem Prinzen zu helfen und ihn zu beschützen. Eines Tages sah der Prinz ein Bild von einer wunderschönen Prinzessin und wusste sofort, dass er sie finden musste. Begleitet uns auf eine Reise voller Zauber, geheimer Botschaften und der stärksten Freundschaft, die ihr euch vorstellen könnt. Wird Johannes seinen Prinzen beschützen können, auch wenn es schwierig wird? Hört selbst!
Der junge Prinz und sein treuer Freund
Der Prinz hatte einen ganz besonderen Freund, seinen treuen Diener Johannes. Johannes hatte dem alten König versprochen, immer auf den jungen Prinzen aufzupassen, und das tat er mit ganzem Herzen. Als der Prinz Johannes von der wunderschönen Prinzessin erzählte, die er in einem Bild gesehen hatte, und davon, dass er sie unbedingt finden wollte, da wusste Johannes, es würde eine weite und vielleicht auch gefährliche Reise werden. Der Prinz war ganz aufgeregt! Er wollte sofort losreiten, um seine Traumprinzessin zu suchen. Aber Johannes war klug und weise. Er sagte: „Mein lieber Prinz, wir müssen uns gut vorbereiten. So eine Reise macht man nicht einfach so.“ Johannes wusste, dass es viele Gefahren gab, und er wollte seinen Prinzen beschützen, koste es, was es wolle. Sie waren unzertrennlich, fast wie Brüder. Johannes würde alles tun, um seinen Prinzen sicher zu halten.
Die Reise und die drei geheimen Warnungen
Der treue Johannes würde alles tun, um seinen Prinzen sicher zu halten. Und so begaben sich der Prinz und der Johannes auf eine lange, weite Reise. Sie ritten durch grüne Wälder und über hohe Berge, immer auf der Suche nach einer Braut für den jungen Prinzen. Eines Tages kamen sie an einen großen See, an dessen Ufer ein wunderschönes, feuerrotes Pferd stand. Es wieherte und stampfte mit den Hufen. „Oh, Johannes, schau nur!“, rief der Prinz begeistert. „Dieses Pferd muss ich haben!“ Doch in diesem Moment hörte Johannes drei Raben, die auf einem Ast saßen und miteinander sprachen. „Ach, wie schade“, krächzte der eine Rabe, „wenn der Prinz auf dieses Pferd steigt, wird es mit ihm davonfliegen und ihn ins Verderben stürzen!“ Der treue Johannes musste schnell handeln. Er flüsterte dem Prinzen zu: „Herr Prinz, dieses Pferd ist zu wild. Lasst mich es erst zähmen.“ Und so sprang Johannes auf das Pferd, das sofort wild losstürmte. Johannes kämpfte und rang, bis das Pferd müde war und gehorchte. Weiter ging die Reise, bis sie endlich das Schloss der wunderschönen Prinzessin erreichten. Die Prinzessin war so lieblich, dass der Prinz sich sofort verliebte. Als sie sich kennenlernten, wollte die Prinzessin eine goldene Halskette anlegen. Doch wieder hörte Johannes die Raben krächzen. „Wenn sie diese Kette anlegt, wird sie verbrennen!“, warnte der eine Rabe. Ohne zu zögern, sprang Johannes vor, riss der Prinzessin die Kette aus der Hand. „Verzeiht, Prinzessin“, sagte er, „diese Kette ist nicht gut für Euch!“ Alle waren entsetzt und verstanden nicht. Der Prinz wurde sogar ein bisschen böse. Schließlich traten der Prinz, die Prinzessin und Johannes die Heimreise an. Sie fuhren über das Meer. Plötzlich hörte Johannes die Raben ein drittes Mal. „Ein Vogel wird kommen und dem Prinzen die Augen auspicken!“ Johannes wusste, er musste etwas tun, doch er durfte dem Prinzen nichts verraten, sonst würde er zu Stein erstarren.
Johannes rettet die Prinzessin dreimal
So fuhren sie weiter über das weite, blaue Meer. Die Sonne schien warm auf das Schiff, und der Prinz träumte schon von seiner schönen Braut. Johannes aber, der war sehr, sehr wachsam. Er hatte die Worte der drei Raben nicht vergessen. „Ein Vogel wird kommen und dem Prinzen die Augen auspicken!“ Er wusste, er musste seinen Prinzen beschützen, koste es, was es wolle. Aber reden durfte er nicht, sonst würde er selbst zu Stein erstarren. Eine schwierige Aufgabe, findet ihr nicht auch? Plötzlich, als das Schiff sanft durch die Wellen glitt, kam ein wunderschöner, aber sehr, sehr schneller Vogel angeflogen. Seine Federn glitzerten in allen Farben des Regenbogens! Er sah so harmlos aus, doch Johannes wusste es besser. Der Vogel sauste direkt auf den Prinzen zu, der gerade entspannt am Deck stand und aufs Meer blickte. Der Vogel streckte seinen spitzen Schnabel aus, direkt auf die Augen des Prinzen! Blitzschnell, wie ein Pfeil aus dem Nichts, packte Johannes seinen Bogen. Er zielte, und im nächsten Augenblick schnurrte der Pfeil durch die Luft! Der bunte Vogel kippte vom Himmel und fiel ins Meer. Die Gefahr war vorüber! Der Prinz zuckte zusammen. Er hatte den Vogel nur als bunten Punkt am Himmel gesehen und dann war er plötzlich weg. „Johannes!“, rief der Prinz wütend. „Was hast du nur getan? Das war doch ein so prächtiger Vogel! Warum hast du ihn erschossen?“ Johannes' Herz tat weh. Er wollte seinem Prinzen so gerne alles erklären, aber er durfte nicht. Er konnte nur sagen: „Verzeiht, mein Prinz. Ich dachte, er wollte Euch schaden. Es tut mir leid.“ Der Prinz war zwar immer noch verärgert, schüttelte aber nur den Kopf. Er konnte nicht verstehen, warum sein treuer Johannes so etwas tat. Endlich, nach vielen Tagen auf dem Meer, erreichten sie das prächtige Land, in dem die schöne Prinzessin lebte. Überall waren bunte Flaggen und laute Musik! Die Menschen jubelten, als der Prinz an Land ging. Der Prinz war so glücklich! Endlich würde er seine Braut sehen. Er strahlte über das ganze Gesicht. Die Prinzessin kam heraus, um ihn zu begrüßen. Sie war wirklich noch schöner, als der Prinz es sich vorgestellt hatte. Ihre Augen leuchteten wie Sterne, und ihr Lächeln war so lieb! Johannes sah sie auch und dachte: „Sie ist wirklich bezaubernd.“ Im Schloss gab es ein großes Fest. Überall leuchteten Kerzen, und es duftete nach leckeren Speisen. Für die Hochzeitsfeier hatte die Prinzessin ein besonderes, goldenes Hemd für den Prinzen anfertigen lassen. Es war wunderschön bestickt und sah aus, als wäre es aus reinem Gold gewebt. Aber Johannes erinnerte sich an die zweite Warnung der Raben: „Das Hemd wird aus Feuer sein!“ Als der Prinz sich umziehen wollte und das goldene Hemd anheben wollte, da handelte Johannes wieder blitzschnell. Er rannte zum Prinzen, griff nach dem funkelnden Hemd und warf es in eine große Badewanne, die in der Nähe stand! Im selben Moment hörte man ein lautes Zischen! Das Wasser brodelte und dampfte, als wäre es kochend heiß! Das Hemd schmolz und wurde schwarz, als wäre es wirklich aus Feuer gewesen. Es war nur ein Glück, dass Johannes so schnell war! Der Prinz war jetzt noch viel wütender als zuvor. „Johannes! Was soll das schon wieder heißen?“, rief er laut. „Du hast mein wunderschönes Hochzeitshemd verdorben! Warum tust du mir solche Dinge an? Ich verstehe dich nicht mehr!“ Johannes konnte wieder nur leise sagen: „Verzeiht, mein Prinz. Es schien mir gefährlich zu sein.“ Der Prinz war so aufgebracht, dass er ihn fast anschrie. Er konnte einfach nicht glauben, dass sein treuer Freund so seltsam handelte. Aber weil er Johannes so lieb hatte, ließ er es fürs Erste dabei bewenden. Endlich kam der große Hochzeitstag! Überall Musik, Tanz und fröhliche Gesichter! Die Prinzessin sah aus wie eine Königin, so strahlend war sie. Sie trug eine prächtige goldene Krone, die mit funkelnden Edelsteinen besetzt war. Johannes sah die Krone und plötzlich fiel ihm die dritte Warnung ein: „Die Krone wird aus Blei sein und Euch töten!“ Johannes wusste, das war die größte Gefahr von allen. Der Prinz und die Prinzessin tanzten gerade ihren ersten Tanz. Alle Augen waren auf sie gerichtet. Die Krone der Prinzessin funkelte im Licht, doch Johannes sah, wie sie ganz, ganz leicht zu glühen begann. Er wusste, er hatte nur noch wenige Sekunden! Ohne zu zögern, rannte Johannes auf das tanzende Paar zu. Er griff nach der goldenen Krone auf dem Kopf der Prinzessin und riss sie mit einem Ruck herunter! Er schleuderte sie auf den Boden! Die Krone zersprang in tausend Stücke, und aus den Splittern stieg ein grüner, giftiger Rauch auf! Alle schrien entsetzt auf. Die Gefahr war gebannt, aber der Prinz, der war jetzt außer sich! „Johannes! Das ist zu viel!“, brüllte er so laut, dass die Wände zitterten. „Du hast meine Braut vor allen Leuten beleidigt! Du hast unseren Hochzeitstag ruiniert! Du bist nicht mehr mein treuer Johannes! Du bist ein Verräter!“ Der Prinz war so wütend, dass er knallrot im Gesicht wurde. „Wachen!“, rief der Prinz. „Nehmt diesen Mann fest! Bringt ihn ins Gefängnis! Er soll für seine Taten bezahlen!“ Die Wachen packten Johannes. Sein Herz war voller Traurigkeit, aber er wusste, er hatte das Richtige getan. Er hatte seinen Prinzen dreimal gerettet. Er hatte sein Versprechen gehalten. Er wurde weggeführt, und alle fragten sich: Was wird nun aus dem treuen Johannes?
Ein Missverständnis und die Kraft der Freundschaft
Der Prinz, der nun König war, konnte nicht verstehen, was geschehen war. Sein treuer Johannes? Der Mann, der immer an seiner Seite war? Wie konnte er nur so etwas tun? Die ganze Freude über die Hochzeit war verflogen, ersetzt durch eine tiefe Traurigkeit und Verwirrung. Er sah, wie Johannes weggeführt wurde, und ein Stich ging durch sein Herz. Er fühlte sich betrogen, aber auch unendlich traurig. Was sollte er tun? Er musste eine Entscheidung treffen, denn die Taten des Johannes waren vor aller Augen geschehen. Johannes wurde vor Gericht gestellt. Alle im Königreich waren da, um zu sehen, was passieren würde. Der junge König, mit einem schweren Herzen, musste das Urteil sprechen. Er fragte Johannes, warum er solche schrecklichen Dinge getan hatte. Aber Johannes schwieg. Er sagte kein einziges Wort, nicht einmal ein kleines Flüstern. Der König wusste nicht, dass Johannes ein Versprechen geschworen hatte, zu schweigen, um ihn zu retten. Und so verurteilte der König, voller Schmerz und ohne zu verstehen, seinen treuen Diener zum Tode. Ein Schauer ging durch die Menge. Niemand konnte glauben, dass der gute Johannes sterben sollte. Als Johannes zum Galgen geführt wurde – ja, so etwas Schreckliches gab es damals noch – da sprach er endlich. Seine Stimme war klar und traurig, aber auch voller Mut. „O König“, begann er, „ich bin kein Verräter! Ich habe dich nicht verraten, sondern dreimal vor großem Unglück bewahrt! Ich habe dir mein Leben lang gedient und dir mein Wort gegeben, dich zu beschützen. Und das habe ich getan, auch wenn es so aussah, als würde ich dir Schaden zufügen.“ Der König und die Prinzessin, die mit Tränen in den Augen dastanden, lauschten gebannt. Was meinte Johannes bloß? „Erinnert ihr euch“, fuhr Johannes fort, „an den Tag, als wir zur Prinzessin reisten? Da kam ein prächtiges Ross, das dich entführen wollte! Ich wusste, dass es ein Zauberpferd war, das dich weit weggetragen und nie wieder zurückgebracht hätte. Darum musste ich es erschießen. Das war das erste Mal, dass ich dich gerettet habe.“ Der König erinnerte sich an das Pferd und spürte einen ersten Zweifel an seinem Urteil. „Und dann“, erzählte Johannes weiter, „als du dein Hochzeitshemd anziehen wolltest, da sah ich, dass es mit einem bösen Fluch belegt war. Es war vergiftet! Wenn du es angezogen hättest, wärst du zu Stein geworden! Ich musste es verbrennen, auch wenn es so aussah, als würde ich dein Hochzeitsgeschenk zerstören. Das war das zweite Mal, dass ich dich gerettet habe.“ Die Augen des Königs weiteten sich. Er konnte es kaum glauben! Alles, was er für Verrat gehalten hatte, war in Wirklichkeit Rettung gewesen? „Und schließlich“, sagte Johannes, „als ihr beide im Hochzeitssaal wart und das große Fest begann, da sah ich, wie die Prinzessin sich verwandelte! Sie wurde zu einem feuerspeienden Greif, der euch beide in die Luft gerissen und verschlungen hätte! Ich musste schnell handeln, die Verwandlung war fast vollendet. Ich habe ihr den Kopf abgeschlagen, aber sogleich mit einer Zauberpflanze wieder angeheilt. Ich tat das, um euch beide vor dem schrecklichen Fluch zu bewahren! Das war das dritte Mal, dass ich dich gerettet habe.“ Ein Raunen ging durch die Menge. Die Prinzessin blickte Johannes an, ihre Augen voller Entsetzen und dann voller Dankbarkeit. Der König sank auf die Knie. „Mein treuer Johannes!“, rief er aus. „Du hast mich gerettet, während ich dachte, du würdest mich verraten! Wie konnte ich nur so blind sein?“ Er schämte sich zutiefst. Johannes hatte sein Leben riskiert, um sein Versprechen zu halten, und der König hatte ihn dafür zum Tode verurteilt. Es war ein schreckliches Missverständnis, das nun endlich aufgeklärt war. „Aber wisse, König“, fuhr Johannes fort, seine Stimme wurde schwächer, „ich musste all das tun. Und jedes Mal, wenn ich dich rettete, wusste ich, dass dies seinen Preis hatte. Die drei geheimen Warnungen, die ich dir gegeben habe, waren nicht nur dazu da, dich zu beschützen, sondern auch, um mein Schicksal zu erfüllen. Und nun ist der Moment gekommen, dass ich den letzten Preis zahlen muss.“ Der König und die Prinzessin schauten Johannes mit ängstlichen Augen an. Welchen Preis meinte er? Was sollte noch passieren? Johannes schloss die Augen und sprach mit letzter Kraft: „Für mein Schweigen, für das Brechen der Verzauberung, für die Rettung deines Lebens und deines Glücks... werde ich nun zu Stein.“ Und dann, vor den Augen aller, geschah das Unglaubliche. Johannes, der treue Diener, begann sich zu verändern. Seine Haut wurde grau und hart, seine Haare wurden zu moosigem Gestein, seine Augen wurden zu kalten, leblosen Steinen. Langsam, ganz langsam, verwandelte sich der ganze Mann in eine wunderschöne, aber traurige Steinfigur. Er stand da, als würde er für immer über seinen König wachen. Der König stürzte zu der Steinfigur und umarmte sie. „Oh, mein Johannes!“, schluchzte er. „Vergib mir! Ich habe dich nicht verstanden! Ich habe meinen besten Freund verloren!“ Die Prinzessin weinte ebenfalls bitterlich. Das ganze Königreich war in Trauer versunken, als sie sahen, was aus dem treuen Johannes geworden war. Das war die Kraft der Freundschaft, die so groß war, dass sie sogar ein Leben in Stein verwandeln konnte.
Abschluss
Und so endet unsere wundervolle Geschichte vom treuen Johannes. Vielen Dank, dass du uns so aufmerksam zugehört hast! Wenn dir diese Reise in die magische Welt gefallen hat oder du eine eigene Idee für eine neue Geschichte hast, dann lass es Sonacasts wissen. Deine Eltern helfen dir sicher dabei. Und wer weiß, vielleicht träumst du ja heute Nacht schon von deinem ganz eigenen Abenteuer. Bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder gemeinsam in eine neue, zauberhafte Welt eintauchen.






