
Geschichte
Allerleirauh
15 Min.7-9 Jahre
Das ist der Anfang der Geschichte. Die ganze Geschichte läuft in der Sonacast-App.
Die Geschichte
Einführung
Stell dir vor, du bist eine Prinzessin mit Haaren so golden wie die Sonne. Aber dann musst du dein Zuhause verlassen und dich verstecken! Wie würdest du dich fühlen? Und was, wenn du nur mit einem Mantel aus tausend Fellen und einem schmutzigen Gesicht fliehen könntest? Begleite uns heute auf eine magische Reise in die Welt von Allerleirauh, einem mutigen Mädchen aus einem alten Märchen der Gebrüder Grimm. Sie wird uns zeigen, wie man mit Herz und Verstand die größten Abenteuer bestehen kann. Bist du bereit?
Die Prinzessin und das Versprechen
In einem fernen Land lebte ein König mit seiner Tochter, einer Prinzessin mit goldblonden Haaren und blauen Augen. Als die Königin starb, bat sie den König um ein Versprechen: Er dürfe nur eine Frau heiraten, die so schön sei wie sie und goldene Haare habe. Der König versprach es ihr schweren Herzens. Nach langer Trauer suchte der König vergeblich eine neue Königin, die dem Versprechen entsprach. Niemand war so schön und hatte goldene Haare wie seine verstorbene Frau. Eines Tages sah er seine eigene Tochter an. Ihre Haare waren golden und sie war wunderschön. Da kam ihm ein schrecklicher Gedanke: Er musste seine eigene Tochter heiraten, um sein Versprechen zu halten. Die Prinzessin war entsetzt! Sie liebte ihren Vater, doch konnte sie ein solches Versprechen nicht durch eine Heirat mit ihm erfüllen. Sie war in großer Not und wusste nicht weiter.
Die Flucht im Pelzmantel
Die arme Prinzessin war untröstlich. Wie sollte sie nur dieser schrecklichen Hochzeit entkommen? Da hatte sie eine sehr kluge Idee! Sie ging zu ihrem Vater und sagte: 'Lieber Vater, bevor ich dich heiraten kann, musst du mir drei ganz besondere Kleider schenken. Das erste soll glänzen wie die goldene Sonne, das zweite soll strahlen wie der silberne Mond und das dritte soll funkeln wie alle Sterne am Himmel.' Der König, der sie so sehr heiraten wollte, rief all seine geschicktesten Weber und Schneider. Sie arbeiteten Tag und Nacht, und oh Wunder! Nach kurzer Zeit brachten sie ihm tatsächlich die drei wunderschönen Kleider. Eines war aus Gold, das andere silbern und das dritte glitzerte wie Sterne. Doch die Prinzessin gab nicht auf. Sie stellte eine noch viel schwierigere Forderung: 'Und noch etwas, mein Vater', sagte sie, 'ich brauche einen Mantel, der aus dem Fell aller Tiere deines ganzen Königreiches gemacht ist. Von jedem Tier ein kleines Stück Fell!' Der König schickte seine Jäger aus. Sie jagten und sammelten, bis sie einen riesigen Mantel zusammen hatten, der aus den Fellen von Füchsen, Bären, Hasen und so vielen anderen Tieren bestand. Er war rau und zottelig und bedeckte sie ganz. Als der König dachte, er hätte alle Wünsche erfüllt, handelte die Prinzessin schnell. Sie wickelte die drei prächtigen Kleider in ein kleines Seidentuch. Dazu nahm sie einen goldenen Ring, eine winzige Spindel und ein goldenes Haselnüsschen. Dann zog sie den zotteligen Pelzmantel über ihre feinen Kleider, machte ihr Gesicht und ihre Hände schmutzig und floh heimlich in der dunklen Nacht. Sie rannte und rannte, tief hinein in den großen Wald, weit weg von ihrem Zuhause, bis niemand sie mehr finden konnte.
Die drei Bälle und die goldenen Kleider
Sie rannte und rannte, tief hinein in den großen, dunklen Wald. Unsere Prinzessin, ganz alleine, suchte lange, bis sie einen riesigen, hohlen Baum fand. Der war so breit, dass sie sich darin verstecken konnte. Hier war es dunkel und ein bisschen unheimlich, aber auch warm und sicher. Sie kuschelte sich ganz klein zusammen, noch immer in ihrem zotteligen Pelzmantel, und schlief erschöpft ein. Am nächsten Morgen, als die Sonne durch die Blätter blinzelte, hörte sie Geräusche. Es waren die Jäger des Königs, die ein Feuer gemacht hatten. Einer der Köche sah den hohlen Baum. "Was ist das denn für ein merkwürdiges Tier da drin?", fragte er. Als er näher kam, sah er nicht etwa ein Tier, sondern ein kleines, schmutziges Mädchen, das vor Angst zitterte. Der Koch hatte Mitleid. "Komm mit uns ins Schloss", sagte er, "dort kannst du in der Küche helfen." Die Prinzessin, die ja eigentlich eine feine Dame war, nickte nur stumm. Sie hatte Angst, dass man sie erkennen würde. So kam sie in das prächtige Schloss, aber als kleine Küchenmagd. Im Schloss bekam sie den Namen Allerleirauh, weil sie so zottelig aussah. Ihre Aufgabe war es, die schmutzigste Arbeit zu machen: Asche schaufeln und Töpfe schrubben. Niemand wusste, dass unter dem Pelzmantel eine wunderschöne Prinzessin steckte. Sie war oft traurig, aber auch froh, in Sicherheit zu sein. Eines Tages war im Schloss ein großes Fest. Allerleirauh hörte das Gerede. "Ach, wenn ich doch auch einmal tanzen könnte!", dachte sie. Dann erinnerte sie sich an ihre Schätze. Als alle schliefen, schlich sie sich heimlich in ihr Kämmerlein. Sie wusch sich gründlich, kämmte ihre Haare und holte das erste Kleid hervor: Das Kleid, das glänzte wie die Sonne selbst! Es war aus reinem Gold gewebt und funkelte. Schnell zog sie es an und setzte den goldenen Ring an ihren Finger. Im Nu war aus der schmutzigen Magd eine strahlende Prinzessin geworden. Unbemerkt schlüpfte sie in den Festsaal. Alle staunten. Niemand kannte diese wunderschöne Dame. Der König war sofort bezaubert. Er forderte sie zum Tanz auf. Die Prinzessin tanzte so leicht und anmutig, dass der König seinen Blick nicht von ihr wenden konnte. Er war ganz verliebt! Aber als der Tanz zu Ende war und er sie nach ihrem Namen fragen wollte, da huschte sie schon weg! Sie rannte hinaus, zog schnell ihren Pelzmantel wieder an, machte sich schmutzig und saß schon wieder in der Küche, als niemand etwas gemerkt hatte. Schon bald gab es ein zweites Fest. Wieder dachte Allerleirauh: "Einmal noch will ich tanzen." Diesmal holte sie das zweite Kleid hervor: Das Silberkleid, das funkelte wie der Mond in einer klaren Nacht. Es war so hell und schimmernd. Sie steckte die kleine goldene Spindel in ihr Haar und schlich sich wieder zum Ball. Wieder war der König ganz entzückt. Sie tanzten lange. Der König versuchte, sie festzuhalten, doch auch diesmal war sie schneller. Wie ein Schatten verschwand sie wieder und war kurz darauf schon als Allerleirauh in der Küche, wo sie tat, als wäre nichts gewesen. Der König konnte die schöne Tänzerin nicht vergessen. Er veranstaltete ein drittes Fest, in der Hoffnung, sie wiederzusehen und ihren Namen zu erfahren. Allerleirauh spürte, dass dies ihre letzte Chance war. Sie holte das dritte Kleid hervor: Das Sternenkleid, das glitzerte wie tausend Sterne am Nachthimmel. Es war das allerschönste! Diesmal steckte sie das goldene Haselnüsschen in ihr Haar und betrat den Ballsaal. Der König war sprachlos. Er tanzte wieder mit ihr, und während sie tanzten, steckte er ihr unbemerkt einen goldenen Ring an ihren Finger. Er wollte sicherstellen, dass sie ihm nicht wieder entkam. Aber als der Tanz endete, war sie wieder verschwunden! Sie huschte weg, so schnell sie konnte. Zurück in der Küche, da putzte Allerleirauh schon wieder Töpfe, ihre Hände und ihr Gesicht schwarz von der Asche. Nur der goldene Ring an ihrem Finger verriet, dass sie gerade eben noch die schönste Prinzessin des ganzen Reiches gewesen war. Und niemand wusste etwas davon.
Das Geheimnis wird gelüftet
Aber der König, der war nicht nur mutig und stark, sondern auch sehr aufmerksam. Nach dem dritten Ball, als er das glitzernde goldene Kleid des Mädchens vorsichtig zusammenfaltete, entdeckte er etwas Glänzendes, das darin verborgen war. Es war ein kleiner, wunderschöner goldener Ring! Ein Ring, den er selbst nur seiner verstorbenen Frau geschenkt hatte. Wie konnte dieser kostbare Ring in das Kleid des geheimnisvollen Mädchens gelangen? Der König schüttelte den Kopf. Ein solches Geheimnis hatte er noch nie erlebt. Der König war sehr verwundert und auch ein bisschen neugierig. Er steckte den Ring an seinen eigenen Finger und konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken. Er spürte, dass dieser Ring der Schlüssel zu einem großen Rätsel war. Am nächsten Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen über die hohen Berge tanzten, befahl er seinen Dienern, die kleine Allerleirauh zu sich in sein prächtiges Gemach zu bringen. 'Ich möchte sie sprechen', sagte er mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete. Allerleirauh hatte große, große Angst. Ihr Herz klopfte wie ein kleiner Trommelwirbel. Sie dachte, der König hätte vielleicht gemerkt, dass sie die Bälle besucht hatte, oder dass sie gar nicht das einfache Küchenmädchen war, für das alle sie hielten. Sie war so schmutzig von der Asche, ihr Gesicht und ihre Hände waren ganz schwarz, und ihre Kleider waren voller Flecken. Wie sollte sie nur so, in diesem Aufzug, vor den mächtigen König treten? 'Oh weh', dachte sie, 'wenn er mein Geheimnis entdeckt, dann muss ich vielleicht wieder in den tiefen, dunklen Wald fliehen, und das will ich doch gar nicht mehr.' Die Diener kamen mit ernsten Gesichtern in die rauchige Küche. 'Allerleirauh, der König verlangt sofort nach dir', sagten sie bestimmt. Sie versuchte sich zu verstecken, erst unter dem großen Holztisch, dann hinter den riesigen Kochtöpfen, die nach Suppe rochen, aber es half alles nichts. Der König hatte es ernst gemeint, und seine Befehle wurden immer befolgt. Mit klopfendem Herzen musste sie zu ihm gehen, so schmutzig wie sie war. Mit zitternden Knien, mit einem Gesicht voller Ruß und struppigen, verfilzten Haaren, trat Allerleirauh in das helle, sonnige Gemach des Königs. Sie beugte sich tief, so tief sie nur konnte, damit er ihr schmutziges Gesicht nicht sehen sollte. 'Du bist Allerleirauh?', fragte der König mit freundlicher, aber auch fragender Stimme. Ihre Antwort war kaum ein Flüstern, so leise, dass er sich vorbeugen musste, um sie zu verstehen. 'Ja, mein König', hauchte sie. Der König sah sie ganz genau an. Er blickte auf ihre kleinen, schmutzigen Hände, die sie vor sich verschränkte. Und dann bemerkte er es. An ihrem Ringfinger, der ganz schwarz vom Ruß war, steckte ein glänzender goldener Ring! Es war sein Ring! Der gleiche, den er im dritten, goldenen Ballkleid gefunden hatte! Und der gleiche, den er seiner geliebten, verstorbenen Frau geschenkt hatte! Seine Augen wurden groß vor Überraschung, und ein Lächeln begann sich auf seinem Gesicht auszubreiten. 'Sag mir, kleines Mädchen', fragte der König sanft und nahm ihre Hand, 'woher hast du diesen Ring? Und warum trägst du ihn?' Allerleirauh war wie versteinert. Ihr war klar, dass sie die Wahrheit nicht länger verbergen konnte. Es gab kein Entkommen mehr. Ihre Augen füllten sich mit warmen Tränen, die kleine Bahnen in den Ruß auf ihren Wangen zogen. Sie erzählte dem König die ganze traurige Geschichte: wie ihr Vater sie heiraten wollte, wie sie die drei unmöglich scheinenden Kleider verlangt hatte – das sonnengoldene, das mondsilberne und das sternengoldene – und dann den Pelzmantel aus hundert verschiedenen Pelzarten, um Zeit zu gewinnen. Sie erzählte ihm von ihrer einsamen Flucht durch den tiefen, dunklen Wald und wie sie als Allerleirauh, das unscheinbare Küchenmädchen, in seiner großen Küche gelandet war. Der König hörte ihr mit größter Aufmerksamkeit zu. Er verstand jedes einzelne Wort. Er erkannte, dass dieses schmutzige Küchenmädchen in Wirklichkeit die wunderschöne Prinzessin war, die auf seinen Bällen getanzt hatte und die sein Herz im Sturm erobert hatte! Und noch viel wichtiger: Er erkannte, dass sie eine sehr tapfere, kluge und starke junge Frau war, die viel durchgemacht hatte. Sein Herz wurde ganz weich und voll von Liebe. Er nahm ihre kleinen, immer noch schmutzigen Hände fest in seine und sagte mit einer Stimme voller Freude: 'Du bist ja die Prinzessin, die ich so lange gesucht habe! Du bist diejenige, die ich von ganzem Herzen heiraten möchte!' Allerleirauh konnte es kaum glauben. Der mächtige König wollte sie heiraten? Sie, die kleine Küchenmagd, die so lange in der Asche gelebt hatte? Aber dann lächelte der König sie so liebevoll an, dass alle ihre Ängste verschwanden. Er rief sofort seine Diener und Dienerinnen. Er befahl ihnen, Allerleirauh in ein warmes Bad zu setzen, sie gründlich zu waschen und ihr die allerschönsten Kleider anzuziehen, die sie im Schloss finden konnten. Und als sie frisch gebadet, mit duftenden Haaren und in ein prächtiges, königliches Gewand gekleidet zurückkam, da strahlte sie heller als jede Sonne. Ihre wunderschönen goldenen Haare fielen ihr wie ein Wasserfall über die Schultern, und ihre Augen glänzten vor unendlichem Glück. Sie war wieder die Prinzessin, die sie immer gewesen war, nur noch viel strahlender. Der König war überglücklich, seine wahre Liebe gefunden zu haben. Und Allerleirauh war auch sehr, sehr froh. Sie hatten sich gefunden und einander versprochen, für immer zusammenzubleiben. Schon bald wurde ein großes, fröhliches Fest vorbereitet. Die Menschen aus dem ganzen Land kamen zusammen, um die glanzvolle Hochzeit zu feiern. Es gab wunderbare Musik und ausgelassenen Tanz, leckeres Essen in Hülle und Fülle und bunte Fahnen, die im Wind flatterten, überall im Schloss und in der Stadt. Die Prinzessin, die einst Allerleirauh gewesen war, und der König heirateten mit viel Pomp und Freude. Sie lebten von diesem Tag an glücklich zusammen, liebten einander sehr und regierten ihr Land mit viel Weisheit, Güte und Liebe. Und der wundersame Pelzmantel, den sie einst getragen hatte, der wurde sorgfältig in einer besonderen Truhe aufbewahrt, als eine kostbare Erinnerung an eine mutige Reise, an die Macht der Liebe und an ein Geheimnis, das am Ende doch gelüftet wurde.
Abschluss
Und so endet unsere wundervolle Geschichte von Allerleirauh. Vielen Dank, dass ihr mit uns auf diese abenteuerliche Reise gegangen seid! Wir hoffen, ihr hattet Freude daran. Vielleicht habt ihr ja jetzt Lust bekommen, selbst mutige Dinge zu erleben oder eure eigenen märchenhaften Geschichten zu erfinden. Lasst Sonacasts wissen, wenn ihr Rückmeldungen oder neue Ideen habt. Bis zum nächsten Mal – bleibt fröhlich und träumt süße Träume!






